back to TEXTS - CONTENTS


aus: Süddeutsche Zeitung 14. Januar 1988


"Ad Reinhardts zeitloser Zyklus" von Eva Karcher
Aktuell in Münchner Galerien

...
Einer, der Reinhardt gut kennt, sein Werk und seine Schriften hoch schätzt, ist Rupert Walser.
Der Künstler, Kunsthistoriker, Herausgeber von Druckgraphik erlesener Qualität, der Kunsterzieher und Zeitungsmacher, führt außerdem seit zehn Jahren eine Galerie. Erfolgreich und in ihrer konsequenten Konzentration auf abstrakte Kunst in München ziemlich einzigartig. Walser stellt Künstler aus wie Alf Lechner, Alfons Lachauer, Robert Mangold, Alf Schuler, James Reineking außerdem wichtige Vertreter der "Radical Painting" wie Phil Sims, Günter Umberg oder Jerry Zeniuk. Jene, an Mondrian und Malewitsch anknüpfende Richtung abstrakter Kunst begreift sich als "Gegenstand sinnlicher Wahrnehmung", die von der "aktivierten Empfänglichkeit seitens des Betrachters" abhängt (Umberg und Marioni). Diese zu fördern, mittels der Intensität, Gleichoder Unregelmäßigkeit, Dichte, der aufgetragenen, gemalten Farbe, das will die Radikale Malerei - das will auch gerade Walser. "Künstler haben sich in diesem Jahrhundert kontinuierlich mit Abstraktion auseinandergesetzt", meint Walser, "allein die Rezeption war unterbrochen." Er ist überzeugt, daß sich Kunst, insbesondere Malerei, nur auf diesem Weg weiterentwickeln wird. Mit seiner Meinung befindet er sich in bester Gesellschaft.
...

 

 

 

 

back to TEXTS - CONTENTS