Süddeutsche Zeitung, Mittwoch 6. Februar 2008 Seit 30 Jahren auf Monochromes spezialisiert: der
Galerist Rupert Walser
Das Glastor fällt zu und sperrt den Lärm der
Fraunhoferstraße aus. Im Hinterhof Zum Jubiläum gibt es, "Tätä!", eine
Ausstellungstrilogie. Die Galeriegeschichte Teil 2 zeigte die "wichtigsten
Amerikaner" , wie Walser sagt. Sein Blick über
den dünnen Rand seiner Brille Zauber, Ausstrahlung, Ehrlichkeit.
Die Begriffe tauchen immer wieder auf, wenn Rupert Walser beschreibt, was ihn
an der monochromen Malerei seit mehr
als 30 Jahren
so fasziniert, dass er zum überregionalen Spezialisten wurde. Er
sucht
nach Worten für sein Galerieprogramm. "Extrem abstrakte Malerei", sagt er . Und: "Neue konkrete
Kunst",
oder: "Radikale Malerei". Alles
Krampf, findet er dann. Gute Kunst müsse man
erfahren
können, sagt er, erleben,rgehen.
Mit Bildern, die eine Geschichte
erzählen, kann er nichts anfangen. "Das
gehört
in die Abteilung Literatur".
Wenn der
Vater nicht so früh
gestorben wäre, vermutet Walser, wäre er bestimmt wie
dieser Goldschmied geworden.
Aber er studierte Malerei und
Kunsterziehung
an der Münchner Akademie.
Diese schottete sich damals vom Leben
ab . Keine Bilder der Zeitgenossen
zum
Vergleich, zur Inspiration. Keine Gespräche über Licht und Farbe und
das
Wesen der Kunst. Walser stöberte Max Imdahls Reclamheftchen über neue und neuaste Kunst auf . "Die hab' ich gefressen"
, sagt er . Er wollte alles: "Kopf, Bauch und Hände ." Schließlich
schrieb
er sich an der Universität für Kunstgeschichte
ein und begann eine Doktorarbeit über Monochromie, verfolgte deren
Geschichte bis zur Grisaille-Malerei.
Und er sammelte und sammelte.
Seine frisch eröffnete Druckwerkstatt
mit Galerie, "Druckwerk " genannt,
raubte
ihm die Zeit , die Sammelleidenschaft
ließ sich kaum noch eingrenzen.
Das Gärtnerplatzviertel glich damals noch
einer Walser sieht sich vor allem als Vermittler:
Er habe eine
Art Kunstvermittlungsauftrag, von Sammlern finanziert. Eigentlich,
so sagt Walser, sollte ein Galerist
eine "Quatschtüte
mit Vertretereigenschaften
" sein. Er sei das aber nicht.
"Ich bin ja nicht absichtlich zurückhaltend"
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