Zu unserer Ausstellung

ANNA LEONIE der lichte Raum

9.9. – 22.10.2005

Eigensinnig, im besten Sinne, ist diese zeitgenössische, junge
Münchner Malerin (geb. 1962 in Augsburg).
Eigensinnig schon mal, weil sie sich in den aufregend
plätschernden Mainpool Young Art nicht einbetten
lässt.

Weit ab davon entwickelte sich ihr Nebenweg über Studien in Würzburg,
Chicago und München, entwickelte sie eben ihren eigenen Weg in die
Abstraktion und weiter in dieses so konzentrierte wie weite Feld der
monochromen Malerei, wie das z.B. auch noch Calderara oder dann Lachauer
getan haben.

Der Weg geht - führt er? - wie der aller wirklicher
Maler in die Bereiche Licht und Raum. Veritable Reiche, die sich gegenseitig
bedingen, durchdringen, ja bisweilen ein und dasselbe sind.
Dabei besteht das Wegbeschreiten, dieses tastende Tun, das Malen ja im
Umgang mit sehr prosaischen Materialien wie Erde, Holz, Leim, Wand,
Mörtel...

Die Auseinandersetzung, die Arbeit mit Licht, Raum und Material hat
Leonie zu einer intensiven Beschäftigung, ja fast Neuentdeckung eines so
wichtigen und viel zu wenig beachteten Ursprungs des modernen und des
zeitgenössichen Bildes, der Ikone, geführt, ihrer Dinghaftigkeit, Orts- und
Architekturbindung, ihrer A- oder Umkehr-Perspektive, ihrer Mittlerfunktion.

Einige, besondere Beachtung, Ausstellungen ihrer Arbeit, auch einige
große Arbeiten fanden in den nun
zehn vergangenen Jahren nach dem Studium statt.
Sicherer nunmehr, zumindest auf dem Weg zu sein,
ihn aber nicht minder unsicher, sichernd, tastend,
entwickelnd, auf sich gestellt, eigensinnig weitergehen -
Avantgarde ganz einfach.
R.W.

Es erscheint der Katalog:
Anna Leonie, der lichte Raum, Malerei & Zeichnungen 1995–2005
mit einem Text von Michael Bockemühl
108 S., mit 126 großenteils farbigen Abb., Hardcover, Euro 20,-