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PRESSEMITTEILUNG zur unserer OPEN ART AUSSTELLUNG 2014

Der künstlerische Raum ist nicht die dritte Dimension, in die Skulptur ja per se geht, ebensowenig wie der Illusionsraum, die "süße" Perspektive der Malerei. Er ist Raum der Poesie, der besonderen, ungewöhnlichen Beziehungen, der Möglichkeit, der Freiheit. Besonders die auch so sehr reale Skulptur ist seit Jahrtausenden Schwelle zu diesem "unrealen" Raum.

In diesen Raum einzutreten laden wir ein. Mit 5 Skulpturen von 5 sehr unterschiedlich arbeitenden Künstlern, die sich aber seit Jahrzehnten kennen (auch durch ihre Ausstellungen in unserer Galerie) und schätzen und eine verwandte Haltung in der Kunst / Welt haben.

(Einfach Information: alle 5 waren ProfessorInnen an den Akademien in München, Berlin, Kassel. Drei sind documenta-Teilnehmer). 

Anlass ist der 85 Geburtstag von Leo Kornbrust. Von dem Toni Stadler-Schüler gibt es drei große Skulpturen in Münchener Stadtraum: Fast jeder kennt sein ruhiges und doch eindringliches Mahnmal für die Opfer des Widerstands gegen den Nationalsozialismus im Hofgarten. Und der Platz (an der Brudermühlstraße) mit einer seiner monumentalen wie poetischen, schwarzen Granitstelen erhielt kürzlich den Namen der engagierten Nazi-Gegnerin Resi Huber, worüber er sich sehr freut. Kornbrusts größte Arbeit aber ist die Straße des Friedens, basierend auf einer Idee von Otto Freundlich, die von Spanien über Frankreich, Deutschland und Polen bis nach Moskau führt. Etwa 500 Skulpturen von internationalen Bildhauern auf ca. 5.500 km quer durch Europa.

Wir zeigen die fast romatische, fast schwebende Bewegliche runde Form, 1982, Jura Marmor, 14 x 65 x 73 cm (und vor der Galerie die sehr frühe, noch leicht figurative Stehende bewegte Säule 1963, Bronze, H: 170 cm)

Christiane Möbus, manchen Münchnern vielleicht noch in Erinnerung von der Aufsehen erregenden Installation "Berge versetzen" mit einer präparierten Gemse 1991 im Kunstforum, hat eine ganz neue Arbeit gemacht mit einem riesen Ei (L: 60 cm, ø 50 cm) über dem zwei grüne Trachtenhüte schweben – Titel: "Wiesn".

Von dem vor 2 Jahren verstorbenen Norbert Prangenberg steht da eine wunderbare blau glasierte Keramik-"Figur" mit einer schwarzen Blüte von 1989, (H. 74 cm).

Auch von James Reineking gibt es ganz Neues: nach der aufregenden großen Arbeit für die Uni Erlangen "Archimedes Albtraum" 2012 setzt er noch eins drauf "Precarious" 2014 – wir zeigen das Modell aus Stahl.

Vom zweimaligen documenta-Teilnehmer Alf Schuler zeigen wir das lakonische, gespannte wie lockere Seil-Stück o.T. von 2000.

Von jedem der 5 Bildhauer gibt es noch je eine Zeichnung, die, dieser so sensiblen, ja intimen Gattung gemäß, den künstlerischen Raum und den jeweils individuellen Weg sich ihn aufzuschließen und in ihm aufzuhalten besonders aufzeigt. 




   
press release
in den Raum – 5 Skulpturen / 5 Zeichnungen
Leo Kornbrust zum 85sten
mit Christiane Möbus, Norbert Prangenberg,
James Reineking, Alf Schuler

Galerie Rupert Walser, 13. September 2014 – 27. März 2015